Fahrwerk

  • Zentrale Inertial Measurement Unit (IMU) erfasst alle sechs kinematischen Ebenen
  • Showa Electronically Equipped Ride Adjustment optional
  • Überarbeiteter, leichterer Rahmen mit steifem Aluminium-Hilfsrahmen
  • Kurven-ABS mit Offroad-Einstellung für sicheres Fahrgefühl
  • Neues Feder-Dämpfersystem vorne und Showa-Dämpfer am Hinterrad

Grundlage des verbesserten Handlings der Africa Twin ist die Inertial Measurement Unit (IMU) des Typs MM7.10 von Bosch. Zentral in der Maschine positioniert, erfasst sie die sechs kinematischen Freiheitsgrade in Echtzeit, konkret Rollwinkel und -rate, Neigungswinkel und -rate sowie Gierwinkel und -rate in Echtzeit. Sie steuert die Hinterrad-Ttraktion über TBW und HSTC, die Bremsleistung am Vorderrad über das Kurven-ABS, den Bodenkontakt des Vorderrads über die Wheelie-Control und den Schlupf des Hinterrads über die Rear-Lift-Control.

Ergänzend dazu überarbeiteten die Entwicklungsingenieure den Doppelschleifen- Stahlrohrrahmen der Africa Twin für das Modelljahr 2020 komplett. Ziel war, die Geländetauglichkeit deutlich zu erhöhen und gleichzeitig die Allround-Eigenschaften auf der Straße zu verbessern.

Auch die Steifigkeit des Lenkkopfs wurde erhöht, damit der Fahrer besseres Feedbackzu den Gripverhältnissen vorne bekommt. Die schlankeren und geraderen Hauptholme machen außerdem die vordere Querstrebe überflüssig. So ist der Rahmen 1,8 kg leichter als bisher.

Ein verschraubter Aluminium-Hilfsrahmen ersetzt nun die bisherige Stahlkonstruktion. Mit insgesamt nur 195 mm Breite ist die neue Lösung um 40 mm schmaler. Das ist entscheidend für besseren Bodenkontakt. Die Monoblock-Hinterradschwinge aus Aluminium ist neu und 500 g leichter. Sie basiert auf dem in der CRF450R verwendeten System. Die höhere Steifigkeit verbessert die Traktion am Hinterrad und das Fahrgefühl.

Auf Wunsch fährt die Africa Twin Adventure Sports außerdem mit der elektronischen Fahrwerkregelung Showa EERATM vorne und hinten (Electronically Equipped Ride Adjustment) vor. Damit lassen sich Dämpfungskraft und Federvorspannung an den Beladungszustand und die Fahrbahnbedingungen anpassen – und das je nach gewähltem Fahrmodus. Ziel ist eine individuelle Dämpferabstimmung für jede Situation. So werden gegensätzliche Anforderungen unter einen Hut gebracht, etwa höherer Fahrkomfort bei niedrigerem Tempo und mehr Stabilität bei hoher Geschwindigkeit.

Die dazu nötigen Informationen erhält Showa EERATM von Hubsensoren sowie von der IMU. Für Fahrten auf der Straße stehen die folgenden drei Einstellungen bereit: Soft steht für die geringste Dämpfkraft und damit ein besonders sensibles Ansprechen, Mid ist als Allround-Einstellung konzipiert und Hard liefert höchste Dämpfkraft via „Langsam-zu-schnell“-Hubgeschwindigkeit. Letztere ist für sportliches Fahren ideal.

Bei der Einstellung Offroad steigt die Dämpfkraft vorne mit zunehmender Hubgeschwindigkeit kontinuierlich an. Hinten ist in diesem Fall eine härtere Dämpfung voreingestellt.

Die hintere Federvorspannung lässt sich bei stehendem Motorrad elektronisch in vier Werksmodi justieren: 1) Solo 2) Solo mit Gepäck, 3) Fahrer mit Sozius 4) Fahrer mit Sozius und Gepäck. Eine zusätzliche User-Option ermöglicht die individuelle Feinabstimmung der Dämpfungskraft vorne und hinten sowie die Einstellung der hinteren Federvorspannung in 24 Stufen.

Auch ab Werk ist die Africa Twin Adventure Sports mit einem Fahrwerk von Showa ausgestattet. Die überarbeitete 45-mm-Upside-Down-Gabel bietet einen 230 mm langen Federweg für Top-Performance auf und abseits der Straße. Zug- und Druckstufe sind stufenlos einstellbar. Eine obere Gabelbrücke aus Aluminiumguss und eine geschmiedete untere – beide verbunden durch eine hohle Alu-Lenkachse – fixieren die Gabelbeine mit je zwei Schrauben oben und unten.

Auch die Hinterrad-Dämpfung wurde entsprechend überarbeitet: Der Showa-Dämpfer bietet 220 mm Federweg, eine 45 mm Cartridge und ein Extra-Reservoir für eine anhaltend gute Dämpfung auch in extremem Gelände. Die Federvorspannung kann am Dämpfer eingestellt werden; Zug- und Druckstufe sind ebenfalls anpassbar.

Die Innenplatten des Schwingenlagers bestehen nun aus hochfestem 600-MPa-Stahl, und das obere Querverbindungsrohr dient (via Kugelgelenk) als Befestigungspunkt der Hinterraddämpfung. Dadurch erhält der Fahrer eine bessere Rückmeldung vom Hinterrad.

Um den Bremsdruck über das ABS ideal einzustellen, analysiert die IMU den Neigungswinkel der Maschine in Schräglage, die Verzögerung (über Drehzahlsensoren an Vorder- und Hinterrad) und die Schlupfrate an Vorder- und Hinterrad. Bei plötzlichem Anheben des Hinterrads reguliert sie die Bremskraft so, dass sich die Maschine stabilisiert. Das hintere ABS lässt sich für Offroad-Fahrten deaktivieren, wenn das Motorrad steht.

Die Bodenfreiheit beträgt unverändert 250 mm, der Radstand 1.575 mm. Bei einem Lenkkopfwinkel von 27,5° hat die Gabel 113 mm Nachlauf. Mit dem manuellen Schaltgetriebe kommt die Adventure Sports auf 238 kg Leergewicht, mit dem optionalen DCT auf 248 kg und ist damit 5 kg leichter als bisher. Mit der Showa EERATM kommen je Ausführung 2 kg dazu. Am Vorderrad wirken schwimmend gelagerte 310 mm Wave-Doppelscheiben mit 4-Kolben-Radialzangen und Sintermetall-Bremsbelägen. Die 256 mm Wave-Bremsscheibe hinten ist gelocht. Auf die Edelstahl-Speichenräder (21 Zoll vorne; 18 Zoll hinten) sind Reifen in den Dimensionen 90/90-21 und 150/70-18 aufgezogen. Als Stollenreifen montiert werden dürfen Continental 90/90-21M/C 54S und 150/70B 18M/C 70Q, ausgelegt für 180 km/h und 160 km/h.

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